Keramik

Japanische Keramik und Porzellan

In der traditionellen Handwerksindustrie stand Japan immer an vorderster Front, und es hat sich bis heute nicht geändert. Japanische Produkte stehen für Ästhetik und Minimalismus.

Im Westen ist das Endprodukt am wichtigsten, in den Augen des japanischen Künstlers ist das fertige Produkt nur ein Moment im Leben des Künstlers. Die japanische Ästhetik, der sogenannte Wabi Sabi (die Entdeckung der Schönheit in Unvollkommenheit), wurde dank der Teezubereitung entwickelt. Das Konzept Wabi Sabi half dem traditionellen Handwerk sich zu entwickeln und einen eigenen Stil zu formen. Lokal hergestellte Töpferwaren spielen heuzutage eine wichtige Rolle in der Teezeremonie.

Die Kunst der Keramik kam von China nach Japan, und später beeinflussten koreanische Händler auch die Entstehung neuerer Sektoren. Anfänglich spielten rohe, glasierte, rustikale Steintöpfe eine große Rolle, gefolgt von reich verzierten und glasierten Porzellantöpfen. Häufige Motive sind Blumen, andere Pflanzen und geometrische Formen.

Im Laufe der Jahrhunderte sind eine Reihe neuer Stile entstanden (z.B. Raku, Oribe, Seto, usw.), die eine Zeitspanne beherrschten, aber immer noch an ihren Besonderheiten erkennbar sind. Eine davon ist die Raku-Keramik (Zeitgenuss). Es besteht normalerweise aus harten Fliesen, schwarzer, weißer, roter oder durchscheinender Glasur, die in einem kleinen Oxidationsofen und interessanterweise bei relativ niedrigen Temperaturen gebrannt werden. Sie werden sogar heiß aus dem Ofen genommen, mit Luft in Kontakt gebracht oder in kaltes Wasser gelegt, wodurch der Zufall auch bei der Gestaltung des Endprodukts eine Rolle spielt, sodass jedes Stück ein Unikat ist.

Der Kintsugi (mit Gold zusammengesetzt), der die traditionelle Reparatur zerbrochener Keramik abdeckt, hat sich zu einer eigenständigen Kunst entwickelt. Chinesischer Lacksaft (Urusi) wurde als Klebstoff verwendet, oft mit Gold- oder Silberpulver verziert. Nach einigen Ansichten war die Unvollkommenheit der Kintsugi-Töpfe ein Symbol für einfache Reinheit. Diese Technik wurde von vielen als Verkörperung des Wabi Sabi angesehen.

Japanische Schöpfer erkennen ihre Werke als Ergebnis einer lebenslangen Arbeit ihrer Wahl an. Die Tradition der Herstellung von Keramik und Porzellan ist daher auch im 21. Jahrhundert so besonders.

Ergebnisse 1 – 12 von 34 werden angezeigt